Bürgerbefragung · Vertiefte Auswertung
2025
Von rund 7.300 Einwohnerinnen und Einwohnern haben sich 541 an der Befragung beteiligt (Rücklaufquote 7,4 %). Die Gesamtzufriedenheit liegt bei 3,45 von 5 Punkten. Am besten bewertet wird der Bereich Verwaltung (Ø 3,80), das größte Verbesserungspotenzial liegt bei Kultur (Ø 3,16). Im Vergleich mit den übrigen teilnehmenden Kommunen hebt sich besonders ÖPNV-Angebot positiv ab (+1,32). Den größten Rückstand zeigt Breitbandausbau (-0,46).
Zusammensetzung der Teilnehmenden
Ø je Themenfeld und Altersgruppe (Skala 1–5) – so sieht man, wo einzelne Altersgruppen stärker oder schwächer bewerten
Abweichung vom Durchschnitt der übrigen teilnehmenden Kommunen
Abweichung vom Mittelwert der übrigen teilnehmenden Kommunen. Grün = besser, Rot = schlechter.
Bewertung, Antwortverteilung und Bürger-Rückmeldungen je Bereich
Beim demografischen Wandel zeigen sich zwei Sorgen: dass junge Menschen nach dem Studium wegziehen und dass der dörfliche Zusammenhalt nachlässt. Mehrere Befragte nehmen den Zuzug als Herausforderung für das Miteinander wahr und wünschen sich mehr Integrationsangebote sowie ein aktives Management von Leerständen. Einzelne sehen den Ort demgegenüber gut aufgestellt.
„Die Gemeinde wird zunehmend anonym. Die Älteren sterben weg und die Zugezogenen haben oft nur wenig Interesse am Dorfleben."
„Große Herausforderung: Die Jugend zieht nach dem Studium oft weg."12 Nennungen
Das mit Abstand häufigste Thema: Im Ort fehlen Wirtshäuser, Kneipen, Cafés und Biergärten – und damit Orte, an denen sich Jung und Alt treffen können. Mehrfach wird der Wunsch nach einem offenen Treffpunkt und der Nachnutzung leerstehender Lokale geäußert.
„Man kann nirgends hin und sich treffen. Es gibt keinen Treffpunkt für Jung und Alt."
„Es müsste mal wieder ein Betreiber für eine der leerstehenden Kneipen gefunden werden, damit man abends auch mal wieder weg kann im Ort."19 Nennungen
Viele vermissen eine ortsfeste Metzgerei; genannt werden außerdem Bäcker mit Sonntagsöffnung, ein Discounter, eine Drogerie und ein größeres Sortiment im Dorfladen. Wichtig ist den Befragten, dass Arzt, Apotheke und Post im Ort erhalten bleiben.
„Ein Arzt sollte erhalten bleiben. Und ein Metzger wäre auch wieder schön."
„Ortsfeste Metzgerei, längere Öffnungszeiten bei der Post, mehr Auswahl im Dorfladen."14 Nennungen
Sehr konkrete Hinweise zur Verkehrssicherheit: Tempo 30 an der Engstelle der Hauptstraße, ein Parkverbot im oberen Bereich und Tempo 30 an der Kita. Gehwege und Nebenstraßen gelten vielfach als sanierungsbedürftig oder mit Hecken zugewachsen, Radwege fehlen. Parkende Paketzusteller-Fahrzeuge werden mehrfach als Problem benannt.
„Tempo 30 in der Hauptstraße an der Engstelle, Parkverbot im oberen Bereich – bei der Verengung besteht eine große Gefahrenzone."
„Gehwege sind mit Hecken zugewachsen, sodass ein Gehen zu zweit vielerorts nicht mehr möglich ist."14 Nennungen
Der am häufigsten geäußerte Wunsch ist ein geeigneter Veranstaltungsraum bzw. eine Gemeindehalle – bislang dient die Turnhalle des Sportvereins als Notlösung. Mehrfach wird angeregt, den bei der Kirchenrenovierung frei werdenden Raum als Veranstaltungsort mit lockerer Bestuhlung einzuplanen. Bei den Formaten reicht die Bandbreite von Konzerten, Theater und Kino über Maibaum und größere Kirchweih bis zu Kursen (Sprache, Basteln) und Angeboten für Kleinkinder. Wiederholt gewünscht werden ein Dorftreff für alle Altersklassen sowie mehr Zusammenarbeit mit Kulturvereinen und Nachbargemeinden; einzelne Ideen wie ein Museum in der alten Schule zeigen zusätzliches Potenzial.
„Bei der Kirchenrenovierung den entstehenden Raum als Veranstaltungsraum mit lockerer Bestuhlung planen und dann auch nutzen – und mit den örtlichen Kulturvereinen zusammenarbeiten."
„Eine Gemeindehalle fehlt, etwa für Gastauftritte, Konzerte und Theater – die Turnhalle des Sportvereins ist nur eine Notlösung."12 Nennungen
Wiederholt gewünscht werden ein Jugendraum bzw. Jugendtreff und Programme für Teenager auch außerhalb der Ferien. Bei Kindern geht es um verlässliche und flexible Betreuung – Ferien- und Ganztagsbetreuung, Krabbel- und Spielgruppen für Kleinkinder. Mehrere Stimmen erkennen an, dass zuletzt etwas in Bewegung gekommen ist.
„Es muss mehr für Jugendliche getan werden. Ist aber in den letzten Monaten angelaufen – bitte am Ball bleiben."
„Mehr Angebote für Jugendliche, bessere Betreuung von Kindern, z. B. Ganztagsschule mit interessantem Nachmittagsangebot wie Sport, Kultur, Musik."13 Nennungen
Gefragt sind vor allem barrierefreie und bezahlbare Wohnungen, Sozialwohnungen und Mehrgenerationenwohnen. Besonders für Alleinerziehende und Alleinverdienende gilt bezahlbarer Wohnraum als schwer zu finden.
„Bezahlbaren Wohnraum für Alleinverdiener zu finden ist kaum möglich – der Mietpreis ist selbst für Altbauten hoch."
„Barrierefreie, bezahlbare Wohnungen. Nicht jeder kann und will ins Pflegeheim ziehen."11 Nennungen
Aus Daten und offenen Antworten abgeleitet
Die Einkaufssituation wird nur mittelmäßig bewertet (Ø 3,15) und die Entwicklung der Lebensqualität gehört mit Ø 2,84 zu den drei am schwächsten bewerteten Fragen. In den offenen Antworten sind fehlende Gastronomie, eine Metzgerei und ein offener Treffpunkt für Jung und Alt mit Abstand das häufigste Thema. Hier fällt schwache Bewertung mit hoher Nennungshäufigkeit zusammen.
Der Zustand von Straßen, Gehwegen und Radwegen zählt mit Ø 2,76 zu den schwächsten Werten. Die Freitexte werden sehr konkret: Tempo 30 an der Engstelle, Parkverbot im oberen Bereich und sichere Gehwege. Viele dieser Maßnahmen sind mit überschaubarem Aufwand umsetzbar.
Der Breitbandausbau ist mit Ø 2,76 nicht nur niedrig bewertet, sondern zeigt auch die größte Abweichung nach unten gegenüber den übrigen Kommunen (−0,46). Mehrere Freitexte bestätigen, dass die Internetversorgung als ausbaufähig empfunden wird.
Das kulturelle Angebot (Ø 3,04) und die Information darüber liegen unter dem Vergleichswert. In den Ideen wird wiederholt ein geeigneter Veranstaltungsraum genannt – etwa eine Gemeindehalle oder die Nachnutzung von Räumen bei der Kirchenrenovierung – sowie mehr Kooperation mit Nachbargemeinden.
Zwar gibt es keine eigene Skalafrage dazu, doch der Wunsch nach einem Jugendraum und nach Programmen für Teenager zieht sich durch mehrere offene Fragen. Ein solches Angebot wirkt zugleich der Sorge entgegen, dass junge Menschen dem Ort den Rücken kehren.
Aus den offenen Antworten
Ausdrücklich gelobt werden die Kirchweih und der Zusammenhalt der Vereine, die Gemeinde-App und der digitale Service der Verwaltung sowie die zahlreichen Einrichtungen: neuer Kindergarten, Schule und Krippe, Schulsporthalle, Seniorenheim und die Sanierung der Hauptstraße. Auch die Verwaltung selbst erhält viel Zuspruch.
Kirchweih – der Zusammenhalt und die Arbeit der Vereine sind top.
Gemeinde-App, Online-Service der Verwaltung, neuer Kindergarten und Schulsporthalle.
Das Team rund um Verwaltung, Bürgermeister, Gemeinderat und Bauhof ist sehr gut.
Diesen Abschnitt können Sie gerne für Ihre Öffentlichkeitsarbeit verwenden.
Befragt wurde die Bevölkerung in Musterkommune im Zeitraum 17.12.2025 bis 17.01.2026. Es beteiligten sich 541 Personen (Rücklaufquote 7,4 % bezogen auf 7.300 Einwohner). Die Bewertungsfragen nutzen eine Skala von 1 (sehr unzufrieden) bis 5 (sehr zufrieden). Der Gesamtdurchschnitt umfasst alle Zufriedenheits-Skalafragen; die Frage zum Stellenwert der Kultur misst Wichtigkeit und fließt nicht ein. Die Frage zur Bleibeabsicht ist umgekehrt gepolt – ein hoher Wert bedeutet, dass nur wenige über einen Wegzug nachdenken. Vergleichswerte beziehen sich auf den Durchschnitt der übrigen an BürgerDialog teilnehmenden Kommunen. Offene Antworten wurden KI-gestützt thematisch gebündelt und redaktionell geprüft; Zitate sind anonymisiert und sprachlich leicht geglättet wiedergegeben.